Gmundner Traun

Lage und Länge der Traun
Die Traun ist ein österreichischer Voralpenfluß der im steirischen Salkammergut entspringt und nach einem Lauf von etwa 153 km in Oberösterreich in die Donau mündet. Die Traun hat drei Quellflüsse, die man als Grundlseer Traun, Altausseer Traun und Kainisch Traun  bezeichnet. Bei Bad Aussee vereinen sich diese zur Koppentraun und zwängen sich über etwa 6 Kilometer durch die wildromantische Koppenschlucht dem fjordartigen Hallstättersee zu. Nach der Ausmündung in Steeg passiert die Traun anschließend die Orte Bad Goisern, Lauffen und Bad Ischl bevor sie sich schließlich bei Ebensee in den Traunsee ergießt.

Am Nordende in Gmunden verläßt die Traun diesen 12 km langen und knapp 3 km breiten nährstoffarmen, kalten Voralpensee, der in seinem südöstlichen Teil von den imposanten Felswänden des Traunsteins begrenzt wird. An dieser Stelle begann einst die legendäre Gmundner Traun, seit der Errichtung eines Kraftwerkes im Theresienthal im Jahr 1968, etwa 2 km flußabwärts gelegen, handelt es sich hier allerdings um eine Staustrecke, dem sog. Schererwasser.

Gmundner Traun
Erst unterhalb des Kraftwerkes Theresienthal beginnt heute jener Flußabschnitt, den wir als Gmundner Traun bezeichnen und der seit Jänner 2006 von den Freunden der Gmundner Traun bewirtschaftet wird. Über eine gesamte Länge von mehr als 14 km handelt es sich um eine sehr abwechslungsreiche, gut strukturierte Strecke, die neben naturbelassenen Passagen auch Staubereiche aufweist, welche besonders für den Streamerfischer auf Hecht eine Herausforderung darstellen. Mit dem Traunfall bei Viecht weist die Gmundner Traun im untersten Streckenabschnitt sogar einen veritablen Wasserfall auf, der einst ein gewaltiges Schiffahrtshindernis darstellte, heute aber aufgrund seiner Strömungsverhältnisse und der großen Konglomerate im Unterlauf eine interessante Passage für das sogenannte „Pocket-Fishing“ darstellt.

Besonders reizvoll und herausfordernd an diesem faszinierenden Fluß ist neben seiner Breite auch das abwechslungsreiche Flußbett mit seinen langen tiefen Zügen, schnellen flachen Rinnern und zahlreichen Rauschen mit tiefen Gumpen. Die Stauberreiche haben ihren eigenen Reiz und bieten so manchem Kapitalen ideale Lebensbedingungen. Der nahezu durchgängige, üppige Uferbewuchs und die Einbettung des Flusses in sein Tal führen zu ausreichender Beschattung. Die Gmundner Traun kann über weite Strecken problemlos bewatet werden, wegen der Größe des Flusses ist natürlich – besonders bei höherem Wasserstand - entsprechende Vorsicht geboten.

Klares Wasser fast garantiert: Die oberhalb liegenden Seen wirken wie ein perfekter Filter, wodurch es an der Gmundner Traun - selbst nach lang anhaltenden Regenfällen - kaum zu Wassertrübungen kommt. Der erfahrende Fliegenfischer findet gerade bei erhöhtem Wasserstand und entsprechender Wahl seines Standortes, tolle Angelmöglichkeiten an diesem großen Fluß.

Die Ära des „weißen Goldes“ – heute noch präsent
Zeugnisse der bewegten Vergangenheit dieses Flusses findet der aufmerksame Fliegenfischer allerorts. Insbesondere der bis 1911 lebhaft betriebene Salztransport von Hallstatt flußab hat am Fluß interessante Spuren hinterlassen.

So kann man heute noch an vielen Stellen den historischen Treppelweg begehen, der einst dazu diente, damit die Salzzillen – an langen Seile angetaut – mit Pferdekraft wieder stromauf gezogen werden konnten. Auch Überreste alter Mühl- und Wehranlagen sind da und dort noch erkennbar, beispielsweise die Ruine der Kainzmühle.

Die internationale Fliegenfischerwelt zu Gast
Der legendäre Ruf der Gmundner Traun als Fliegengewässer erster Güte nahm seinen ersten Anfang mit dem englischen Chemiker und Forschungsreisenden Sir Humphrey Davy, der in seinem 1828 veröffentlichtem Buch „Salmonia oder Tage des Fliegenfischens“ insbesondere die reizvolle Gegend des Traunfalles aber auch den gewaltigen Fischreichtum beschrieb. Aber erst im 20. Jahrhundert erlangte die Traun unter den Pächtern Höplinger und Dr. Duncan jene Berühmtheit, die vermehrt hochgestellte Persönlichkeiten aus aller Herren Länder zum Fischen hierherbrachte.

Besonders die sogenannten „Lachsln“ waren es, welche die Fliegenfischerelite der damaligen Zeit hierher lockten. Als Lachsl bezeichnete man eine spezielle Art Seeforelle, die sich durch Größe, Schönheit und vor allem ihren Kampfgeist auszeichnete. Auch ihre Eigenart, beim Drill weit aus dem Wasser zu springen, leisteten einen Beitrag für ihren Namen, der nicht von ungefähr an den Lachs erinnert. Der enorme Nahrungsreichtum der damaligen Zeit ließ Exemplare heranwachsen, die im Extremfall nachweislich ein Gewicht von mehr als 20 kg erreichten.

Aus heutiger Sicht völlig unvorstellbar war aber auch der Bestand an Äschen, den die Gmundner Traun beherbergte. So hatten die Laglträger alle Hände voll zu tun, um die reiche Beute der Fischer in ihren wassergefüllten Holzbehältern frisch zu halten und die Gäste an die aussichtsreichsten Stellen zu führen. Als Laglträger begann auch der spätere Oberfischmeister Hans Gebetsroither (vulgo „Neger Hans“). Er kreierte schließlich den sogenannten „Gebetsroither-Stil“, eine Wurfmethode, die sich durch besondere Effizienz und Eleganz auszeichnet und auch heute noch – nicht nur von heimischen Petrijüngern - eifrig praktiziert wird.

Ja, zahlreich war die erlauchte Fliegenfischerzunft schon damals hier vertreten, angefangen von Vertretern des belgischen und englischen Königshauses über hochrangige Militärs (z.B. General Eisenhower und General Sir W. Malleson) bis zum bekannten Hotelier und passionierten Rutenbauer Charles Ritz.  Nobelpreisträger Ernest Hemingway bat Charles Ritz einmal brieflich darum, ihn einmal an die Gmundner Traun mitzunehmen - ob es je dazu kam, ist allerdings unbekannt.

Fischbestand heute
Auch wenn an der Gmundner Traun die Zeit nicht spurlos vorüber gegangen ist und der einstige Fischreichtum nicht mehr in diesem Ausmaß vorhanden ist, so kann man hier doch noch immer eine erstklassige Fischerei erleben. Die Freunde der Gmundner Traun sind sich ihrer Verantwortung als Bewirtschafter wohl bewußt und lassen nichts unversucht, um den Gästen die legendären Zeiten dieses Flusses auch durch entsprechende Fänge wieder in Erinnerung zu rufen. Die Gmundner Traun soll wieder zum internationalen Fliegenfischermekka werden!

Neben einem guten bis sehr guten Bestand an Regenbogenforellen, können an der Gmundner Traun immer wieder kapitale Bach- und Seeforellen gefangen werden. Auch die Äschenfischerei sorgt – besonders in den Herbstmonaten – für unvergeßliche Erlebnisse. Der eine oder andere Fliegenfischer konnte hier schon seine Traum-Äsche mit der Trockenen überlisten. Auch Exemplare jenseits der 50 cm-Marke sind durchaus möglich, selbstverständlich aber nicht alltäglich. Es gehört schon eine gehörige Portion Ausdauer, Geschick und natürlich auch Glück dazu, um so einen Prachtfisch zu fangen.

In den Staubereichen lauert in beträchtlicher Zahl der Esox auf seine Beute, eine interessante Abwechslung für den Fliegenfischer, der auch vor „schwerem Gerät“ nicht zurückschreckt. Kapitale Hechte von über 1 m Länge wurden in den Stillwasser-Bereichen schon recht häufig mit der Fliegenrute gehakt und gelandet. Um den absoluten Spezialisten unter uns auch das Befischen unzugänglicher Stellen zu ermöglichen, ist übrigens im Danzermühler Stau (ab Bruckmühl) sowie zwischen den Kraftwerken Geschröff und Siebenbrunn das Verwenden von sogenannten „belly boats“ gestattet.

Markante Punkte der Gmundner Traun
Die Gmundner Traun kann man aufgrund ihrer eindrucksvollen Dimension nicht an einem Tag erkunden. Sogar für ausgewiesene Traun-Kennern gibt es immer wieder Überraschungen, und sie entdecken aussichtsreiche Stellen, die ihnen zuvor jahrelang entgangen waren. Allerdings können einige Örtlichkeiten an der Gmundner Traun dem Fliegenfischer besonders empfohlen werden. Je nach Wasserstand, Jahreszeit und gewünschter Fischart sind natürlich unterschiedliche Passagen zu bevorzugen. Sie haben entweder die Möglichkeit, die Traun auf eigene Faust „zu erforschen“ oder aber unsere erfahrenen Guides zu Rate zu ziehen. 

  • KW Theresienthal
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  • Radlmühle
  • Ewigsteigerplatz
 

Abseits vom Wasser - auch für nichtfischende Begleitung interessant!
Auch für die nichtfischende Begleitung hat die Gegend rund um Gmunden allerhand zu bieten. Flanieren Sie durch die malerische Stadt Gmunden (ca. 15.000 Einwohner), machen Sie einen Spaziergang zum Schloß Orth (Schauplatz der Fernsehserie Schloßhotel Orth) oder in den wunderschönen Toskana-Park. Eine Fahrt mit dem historischen Raddampfer Gisela ist ebenso interessant, wie der Besuch der berühmten Gmundner Keramik. Einmal jährlich findet ein internationaler Töpfermarkt statt, einmal monatlich der Raritätenmarkt. Der 1.696 m hohe majestätisch aufragende Traunstein ist ein herausforderndes Ziel für geübte Bergsteiger, sein sanfterer Bruder, der Grünberg, ist nur 1.000 m hoch und bequem per Seilbahn erreichbar. Von dort bietet sich eine kleine Wanderung zum Laudachsee an

Auch die nahe gelegenen Orte Altmünster und Traunkirchen sind einen Besuch wert! Zum Shoppen gibt´s hier genauso viele Möglichkeiten, wie am Abend auszugehen. Die Kaiserstadt Bad Ischl ist per Auto in etwa ½ Stunde erreichbar, bis zur Mozartstadt Salzburg sind es etwa 70 km. Wie sie sehen – keine Chance, daß auch nur die geringste Langeweile aufkommt!

Wir stellen Ihnen hier eine Gewässerkarte der Gmundner Traun als PDF-Datei zum download bereit.